FORSCHUNG
Aus dem Treffen vom 8. September 2006
Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie (BKJPP Neuß)
Kinder unter 10 Jahren sollten kein eigenes Handy besitzen. Wenn die Kinder die ständige Erreichbarkeit der Erwachsenen spüren, kann das die Entwicklung zur Eigenständigkeit erschweren. (Ärzteblatt.de, 02.08.06)
Schweizer UMTS-Studie
Die Studie sollte eine Wiederholung und Bestätigung der holländischen UMTS-Studie werden (Ergebnis: UMTS führt zu Unwohlsein und Übelkeit). Das Schweizer Ergebnis sieht jedoch anders aus: Keine Auswirkungen kurzfristiger Mobilfunkstrahlung auf das Wohlbefinden und die kognitiven Fähigkeiten des Menschen.
Gigahertz (Schweizer Elektrosensiblenverband) kommt beim Vergleich der beiden Studienmuster zur Überzeugung, dass es sich nicht um eine Wiederholung, sondern um eine neue Studie handelt. Gravierende Unterschiede gab es in allen Parametern: Teilnehmerkreis (Alter, gesundheitliches Befinden etc.), Strahlungsdauer, Strahlungsdosis (Holland: GSM + UMTS-Gespräche und Datenübertragungen, Schweiz: nur UMTS-Organisationskanal). Auch die Fragebögen wurden im Vergleich nach unterschiedlichen Kriterien ausgewertet. Teilnehmer der Schweizer Studie kritisieren, ihre Angaben seien in der Auswertung nicht berücksichtigt worden („Konnte noch 2 Stunden danach nicht Autofahren.“) (Bürgerwelle/Gigahertz, 08.06.06)
Rimbach-Studie
Eine erste Grobauswertung der Daten zeigt grundsätzlich eine hohe individuelle Schwankungsbreite bei den untersuchten Personen. 80 Schüler wurden vor Aufstellung eines Mobilfunksenders und danach im Abstand von je 6 Monaten untersucht. Die deutlichsten Unterschiede zeigten die Mittelwerte des Parameters PEA, hier könnte sich ein signifikanter Abfall der Spiegel im zeitlichen Verlauf nach Sendemastaufstellung ergeben. Zum derzeitigen Stand kann eine abschließende Bewertung noch nicht gegeben werden.
(PEA: Phenylethylamin, wirkt antidepressiv, aktivitätssteigernd und aufmerksamkeits-steigernd. Bei Depressionen, chronischer Müdigkeit und ADHS ist PEA stark erniedrigt, bei Stress, Migräne und Schizophrenie erhöht.) (Mobilfunksymposium des BUND, 22.04.06)
Münchner Elektrosensiblenuntersuchung
Untersucht wurde das Blut von 25 elektrosensiblen und 19 gesunden Probanden. Die Serumuntersuchungen zeigten eindeutig bei nahezu allen elektrosensiblen Probanden hohe Spiegel an entzündungsauslösenden Botenstoffen, wogegen bei gesunden Probanden diese nicht auftraten. (Mobilfunksymposium des BUND, 22.04.06)
Handys beeinflussen Hirnströme
Bei 12 von 15 Probanden zeigte sich nach einem 45-minütigen GSM-Handygespräch eine Beeinflussung der Hirnströme. Ob und welche Auswirkung das haben kann, können die italienischen Wissenschaftler noch nicht sagen. Am ehesten denkbar wäre ein Einfluss bei Patienten mit Epilepsie. (Deutsches Ärzteblatt, 29.06.06)
Sehnenscheidenentzündung durch SMS
In den letzten fünf Jahren stieg die Zahl der Erkranungen in Großbrittannien um 83%. 3,8 Millionen Fälle jährlich sind auf die Überbeanspruchung des Daumens durch das Schreiben von Texten auf Handy-Tastaturen zurückzuführen, ging aus einer in London veröffentlichten Studie hervor. (Bürgerwelle, 17.05.06)
Erbgutschäden in Schweizer Studie bestätigt
Ein Teil der REFLEX-Studie wurde vom Zentrum für Biomedizin der Universität Basel bestätigt: Sowohl niederfrequente Felder, wie sie von Hochspannungsleitungen abgestrahlt werden, als auch hochfrequente Felder vom Handy können das Erbgut schädigen. (Gigahertz.ch, 12.07.06)
Erbgutschäden auch am Menschen festgestellt
Eine indische Studie bestätigt, was die REFLEX-Studie im Reagenzglas entdeckte: Exposition gegenüber Hochfrequenzstrahlung (Mobiltelefonnutzung) verursacht genetische Schäden. Schlussfolgerung: Es besteht rascher Handlungsbedarf im Gesundheitswesen. (Indian Journal of Human Genetics, 2005)
Negative Auswirkung von Mobilfunksendern
Das Österreichische Institut für Umwelthygiene belegt in einer Untersuchung: Kopfweh, Müdigkeit und Probleme bei der Konzentration sind die Auswirkungen von Handymasten auf Anwohner. Die Studie wurde von sieben unabhängigen Gutachtern mit gleichem Ergebnis überprüft. (silicon.de, 06.06.06)
Aus dem Treffen vom 14. Mai 2006
Gehirnturmore: Nach einer neuen Analyse von Dr. Hardell zeigt sich eine Zunahme des Risikos, infolge von Mobiltelefonnutzung an gutartigen Gehirntumoren zu erkranken. Nach 6 bzw. 10 Jahren Handy- und Schnurlostelefonnutzung steigt das Risiko drastisch an. Das größte Risiko tragen vor allem Personen, die vor dem 21. Lebensjahr der Strahlung ausgesetzt sind.
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Die Finanzierungsfrage: Bei 215 Studien, die nicht von der Industrie (Mobilfunkbetreiber) gefördert wurden, fanden 147 (68%) einen Effekt gepulster elektromagnetischer Felder auf die Gesundheit. Bei 93 von der Industrie geförderten Studien fanden nur 27 (29%) einen Effekt.
Österreichische Handymasten-Studie: Je höher die Strahlung, um so höher die gesundheitliche Beeinträchtigung. In der epidemiologischen Untersuchung wurden die Höhe der Belastung in den Schlafzimmern und die gesundheitlichen Auswirkungen von 300 Menschen erfasst.
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GESUNDHEIT
Aus dem Treffen vom 8. September 2006
Bundesamt für Strahlenschutz mit Gespräch mit Bamberger Ärzten
Auf Wunsch der Bamberger Ärzte-Initiative fand am 02.08.06 beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ein Gespräch statt. Dabei saßen 8 mobilfunkkritische Ärzte einer Reihe von bekannten mobilfunkhörigen Wissenschaftlern gegenüber. Laut einem kurzen telefonischen Bericht von Dr. Cornelia Waldmann-Selsam (Bamberg) vom 04.09.06 prallte die Praxis auf die Theorie. Vorher getroffene Vereinbarungen mit dem BfS – z.B. die Referate der Bamberger Ärzte auf die Internetseite des BfS zu stellen und nach dem Treffen eine gemeinsame Presseerklärung abzugeben – wurden kurzerhand gestrichen. Zwar habe das BfS das Protokoll des Gespräches an die Bamberger Ärzte zur Korrektur geschickt, dort habe man jedoch den Eindruck gehabt, „auf einer anderen Veranstaltung“ gewesen zu sein. Mit der Veröffentlichung des korregierten Protokolls rechnet man in den nächsten Wochen. Bis dahin habe man Stillschweigen vereinbart.
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KINDER, JUGENDLICHE, SCHULEN
Aus dem Treffen vom 14. Mai 2006
Österreichische Schulstudie: Die Konzentrationsfähigkeit der SchülerInnen nimmt zu, wenn die Mobiltelefone nicht im Klassenzimmer sind. Die Zunahme ist geschlechtsunabhängig und liegt zwischen 65% und 92% (je nach Schulklasse). Mehr
Jugend forscht: Gymnasiastinnen aus Münstermaifeld setzten in 2 Töpfen Dill an und legten auf den Rand des einen Topfes ein Handy. Nach 14 Tagen zeigte sich ein deutlicher Unterschied: im Handy-Topf gingen viel weniger Pflanzen auf. Als Gründe für das gehemmte Wachstum werden die Wärme des Handys oder die davon ausgehenden elektromagnetischen Schwingungen vermutet. Mehr
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POLITIK
Aus dem Treffen vom 8. September 2006
Anhörung im Landtag:
Bereits zum dritten Mal luden die bayerischen Landtagsgrünen zu einer Mobilfunk-Anhörung mit dem Schwerpunktthema „Kinder und Jugendliche“. Prof. Dr. Hecht forderte Warnhinweise auf Handys, ein Handyverbot für Kinder und eine jährliche Gesundheits-kontrolle für Anwohner in der Nähe von Handymasten. Dr. Warnke stellte Studien vor, die Schädigungen durch Mobilfunk belegen – eine der ersten aus dem Jahr 1958 aus Neu-England, die Chromosomen Schäden bestätigte. Die Biologie-Dozentin Solweig-Bleuel, die seit fünf Jahren Mobilfunkaufklärung an Schulen betreibt, wies in ihrem Referat darauf hin, dass die Handy-Kultur das Sozial- und Lernverhalten von Kindern und Jugendlichen empfindlich beeinträchtigt. Frau Süß vom Bay. Kultusministerium betonte, dass ab 1. August die Verordnung der Bay. Staatsregierung in Kraft trete und damit der Betrieb von Handys und sonstigen digitalen Speichermedien am Schulgelände verboten sei. (Südostbayerische Rundschau, 31.08.06)
Niederösterreich: erste Handymasten werden abgebaut:
Seit Beginn dieses Jahres ist der Mobilfunkpakt in Kraft. Darin wurde vereinbart, dass zwei Drittel der bestehenden 1260 Masten nicht nur von einem, sondern von mehreren Mobilfunkbetreibern genutzt werden muss. Dadurch sollten die Senderstandorte reduziert werden. Die Umsetzung gestaltet sich jedoch schwierig: langfristige Verträge müssen gekündigt werden und die Funkversorgung soll gewährleistet bleiben. Welche Masten mehrfach genutzt und welche abgebaut werden entscheidet ein Gremium aus Landesvertretern und den Mobilfunkbetreibern. Bisher wird ein Drittel der Masten mehrfach genutzt.
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RECHT
Aus dem Treffen vom 8. September 2006
Verwaltungsgericht Regensburg lehnt Mast ab.
Mit Urteil vom 20.06.06 wurde die Klage von Vodafone D2 abgelehnt, in einem Landschaftsschutzgebiet bei Chammünster einen 37 Meter hohen Mobilfunkmast zu errichten. Die von Vodafone beklagte Unterversorgung mit Mobilfunk müsse in diesem landschaftlich reizvollen und schützenswerten Landstrich zurücktreten, auch wenn eine gewisse Vorbelastung mit oberirdischen Stromleitungen nicht von der Hand zu weisen sei. (MZ, 22.06.06)
Aus dem Treffen vom 14. Mai 2006
Frankreich: Das Oberste Landgericht in Bordeaux hat im Berufungsverfahren einen Mobilfunkbetreiber zur Schadensersatzzahlung an einen Anlieger verurteilt: Der Kläger erhält 30.490 € als Entschädigung für den Wertverlust seiner Immobilie, 8000 € wegen Nutzungseinschränkungen und 2500 € wegen rechtlicher Ansprüche nach § ...
Bundesgerichtshof Karlsruhe: Vermieter dürfen gegen den Willen ihrer Mieter Mobilfunkantennen errichten, auch wenn die Träger von Herzschrittmachern Bedenken haben. Solange die Grenzwerte eingehalten werden ... darüber berichtet die MZ.
Bundesgerichtshof Karlsruhe: Wertverlust von Immobilien erstmals festgestellt! Im verhandelten Fall wurde einem Eigentümer untersagt, mehr als 1 Antenne auf das Dach (für das er das alleinige Nutzungsrecht hat) eines Wohnungseigentumshauses zu stellen. Begründung: der Dach-Eigentümer erzielt höhere Einnahmen durch das Aufstellen mehrerer Antennen, die Wohnungen der anderen Eigentümer verlieren jedoch dadurch gravierend an Wert. Mehr
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TECHNIK
Aus dem Treffen vom 8. September 2006
Schweizer entwickeln fliegende Mobilfunkantenne:
Ein Team aus Schweizer Wissenschaftlern und Unternehmen hat eine fliegende Mobilfunkstation entwickelt, die die Funkmasten am Boden ersetzen können soll. Die „X-Station“ besteht aus einem mit Helium gefüllten 60 Meter langen Zeppelin und einer Plattform, die auf einer Höhe von 21.000 Meter steigen und dort mittels GPS-Steuerung stationär verbleiben soll. An den Zeppelin angekoppelt ist ein unbemanntes Kleinflugzeug mit riesigen Propellern, die den Winden entgegen halten sollen. Ein Prototyp des auf 19 bis 25,5 Millionen € veranschlagten Zeppelins soll im kommenden Jahr starten. Eine einzige X-Station soll die Fläche der Schweiz abdecken können, für ganz Europa würden rund 20 Stationen benötigt. Die Handy-Strahlung würde durch das System tausendfach verringert, heißt es.
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SONSTIGES
Aus dem Treffen vom 7. Februar 2007
Gezeigt wurde die TV-Doku "Der Handykrieg", die bisher nur vom MDR ausgestrahlt wurde. Der deutsche Filmemacher Klaus Scheidsteger berichtet in der Reportage über einen amerikanischen Wissenschaftler, der durch die Ergebnisse seiner sechsjährigen Forschungsarbeit bei der Mobilfunkindustrie in Misskredit fiel und nun als Experte den spektakulären Rechtsstreit einiger Anwälte gegen die Machenschaften der Industrie unterstützt.
Aus dem Treffen vom 8. September 2006
Antennenabbau in Neumarkt/Opf.
Der Neumarkter Lammsbräu hat die vor über 10 Jahren geschlossenen Verträge mit Mobilfunkbetreibern zum Aufstellen von Antennen auf dem Brauereigelände zum frühest möglichen Zeitpunkt gekündigt. Vor 10 Jahren sei von staatlichen Stellen die Unbedenk-lichkeit der Sendeanlagen bestätigt worden, mittlerweile häuften sich jedoch kritische Fragen zu möglichen Auswirkungen der Sendeanlagen auf die Gesundheit. Die Antennen passen nicht mehr in das ganzheitliche ökologische Konzept des Unternehmens. (Neumarktonline.de, 20.08.06)
Hat Umweltminister Gabriel eine Antenne am Rathaus von Gadenstedt verhindert?
Die T-Mobile-Antenne sollte auf das Rathausdach. Die Bürgerinitiative organisierte eine Informationsveranstaltung, bemühte sich um einen Referenten des Bundesamtes für Strahlenschutz, der jedoch nicht entsandt wurde. Die BI beschwerte sich daraufhin beim Umweltminister. Dieser griff selbst zum Telefon, um der Sache nachzugehen – und plötzlich hat T-Mobile kein Interesse mehr am Standort Rathausdach! Der Bauantrag wurde zurückgezogen. Geänderte Prioritäten, hieß es von T-Mobile.
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